Gottschlich: Drittliga-Ausschluss bremst Offenbacher Neustart aus

Heusenstamm/12.9.17 - Am letzten Wochenende startete die Dritte Liga in ihren ersten Spieltag. Unklar ist bislang noch, ob der BSC 1899 Offenbach mit von der Partie sein kann oder nicht. Für die Offenbacher ginge es am nächsten Samstag zum URC Gießen 01, und mit dem Rugby Club Mainz wartet auch ein rheinland-pfälzischer Klub gespannt auf den endgültigen Spielplan der Nordgruppe. Den Konflikt zwischen dem Hessischen Rugby-Verband und seinem ehemaligen Verein kommentiert der Ehrenvorsitzende des Rugby-Verbandes Rheinland-Pfalz Klaus-Uwe Gottschlich:

GottschlichEs sah alles nach einer Erfolgsgeschichte für den deutschen und hessischen Rugbysport aus:

Mit sehr viel Geld und Aufwand hatte der Deutsche Rugby-Verband in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rugby-Verband im März das Länderspiel Deutschland gegen Belgien in Offenbach durchgeführt. Mit der Austragung des Rugby-Länderspieles in größeren Stadien sollte ein besserer Werbe-Effekt in Bezug auf Zuschauer, Medien und Sponsoren erzielt werden. Soweit die Theorie! Die Verantwortlichen der etwas eingeschlafenen BSC-Rugbyabteilung nahmen die Anregung auf und wollten mit dem Länderspiel ihren Neustart verbinden. Die Organisatoren erstellten ein imposantes Konzept und konnten den international erfahrenen Trainer Lofty Stevenson dafür gewinnen.

Der Offenbacher Neustart gelang mit einem imposanten Erfolg. Mittlerweile sind um die 30 Spieler im Training und arbeiten mit Trainer Lofty Stevenson intensiv am Comeback des Traditionsvereins. Nach dem auch die ersten Freundschaftsspiele gewonnen wurden, meldete Offenbach jeweils eine Mannschaft für die Regionalliga Hessen und die 3. Liga Süd-West.

Formal hätten beide Teams in der Hessischen Regionalliga starten müssen. Dagegen sprachen folgende Punkte:

  • Zwei Teams von einem Verein in einer Liga sorgen erfahrungsgemäß für „Unruhe“, und
  • die Leistungsstärke der 1. Mannschaft wäre für die von 7 auf 5 Teams geschrumpfte Hessische Regionalliga zu groß. Nur die Heusenstamm II dürfte ähnlich stark sein.

Während die 3. Liga Süd/West aufgrund der Fakten eine Ausnahme-Genehmigung erteilte, stellte sich der Hessische Rugby-Verband unerwartet quer. Mit der Begründung, Offenbach habe sich nicht sportlich qualifiziert, wurde die Teilnahme an der 3. LSW untersagt, die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung wurde nicht gewährt.

Da sollen die Vereine kräftig in die Hände spucken um das deutsche Rugby national und international voran zu bringen. Aber wehe es gelingt ihnen, dann werden sie mit Formalien wieder ausgebremst. Es würde dem hessischen Rugbysport gut anstehen, wenn der Verbandsvorstand die Angelegenheit nochmals gründlich überdenkt und sich zu einer Ausnahmeregelung für den BSC Offenbach durchringt.

Damit könnte die mehr und mehr köchelnde Gerüchteküche im Keim erstickt werden, die die Ursachen für diesen Streit im persönlichen Bereich vermuten. Die Funktionäre im Verband und in den Vereinen sollten ihre Energien erfolgreich für den Rugbysport verwenden und nicht für juristische Streitereien.

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