Herkommer: „Setze auf die Unterstützung bei Vorständen und Trainern“

2.7.18 / Worms - Nach der Deutschen Meisterschaft der Landesverbände zieht Landestrainer Jeffrey Herkommer eine kritische Bilanz. Mit Blick auf die Gründung des Rugbystützpunktes in Worms äußert er sich außerdem über seine Pläne und die zukünftigen Herausforderungen.


Hallo Jeffrey. Die Deutschen Meisterschaften sind vorbei, Rheinland-Pfalz ist in Hamburg auf dem 12. Platz gelandet. Das hast du dir bestimmt anders vorgestellt. Wo siehst du im Nachhinein die Gründe für dieses Abschneiden?

Wir hätten sicherlich auf dem neunten oder zehnten Platz landen können. Man muss allerdings sagen, dass das Niveau im gesamten Turnier sehr hoch war. An der Einstellung und vor allem am kämpferischen Einsatz hat es nicht gelegen. Es war ein großer Kampf, kein Zweikampf wurde geschäut, allerdings haben die individuellen Skills gefehlt und ein gutes Stück Erfahrung. Wir werden auch an den Basics arbeiten müssen, an Kondition, Schnelligkeit und so weiter.

Was ist auf der anderen Seite positiv verlaufen? Was ist deine Gesamtbilanz?

Unser Hauptaugenmerk lag auf dem Zusammenfinden des Teams. Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal dabei und haben langfristig den Plan eine Konstellation zu finden, die wirklich gut eingespielt ist. Dazu fehlt es bis jetzt noch an ein paar Dingen, aber trotzdem war auch die Stimmung in der Mannschaft das gesamte Wochenende über extrem gut.

Im Spiel um Platz 11 scheiterte das junge Team von Herkommer denkbar knapp mit 12:10 an der Auswahl aus Thüringen. Bild: Hamburger Rugby-Verband
Im Spiel um Platz 11 scheiterte das junge RLP-Team von Herkommer (in Rot-Schwarz) denkbar knapp mit 12:10 an der Auswahl aus Thüringen.
Bild: Karin Krugler-Felsch/Hamburger Rugby-Verband

Es war die erste Teilnahme bei Deutschen Meisterschaften: Wie bewertest du die organisatorischen Rahmenbedingungen und das Drumherum in Hamburg?

An dieser Stelle muss ich ein großes Dankeschön an Sportwart Michael Sauer richten, der fast die gesamte Organisation übernommen hat. Robert Poppe war als Teamassistent ebenfalls eine große Hilfe. Vor Ort hätte ich mir mehr Möglichkeiten gewünscht, die Mannschaft konzentriert auf die Spiele vorzubereiten, immerhin sind es die nationalen Meisterschaften. Im Malfeld ein Team warm zu machen und einzuspielen finde ich unzureichend, auch wenn das natürlich keine Begründung für die Resultate sein soll.

Künftig hat die RLP-Auswahl in Worms ja ihren Stützpunkt, wo nun auch langfristiger gearbeitet werden kann. Hast du schon ein grobes Konzept für diese Stützpunktarbeit? Was wird die Spieler erwarten? Wer ist organisatorisch darin involviert?

Wir wollen in Worms personell und auch in der Infrastruktur etwas aufrüsten, um hier gute Arbeit leisten zu können. Darunter fällt zum Beispiel die Unterstützung durch einen Platz- und Materialwart. Ein grobes Konzept schwebt mir schon vor. Das muss aber natürlich in Kooperation mit dem Verband entwickelt werden und genauso alle Vereine einbinden. Mein Ziel ist es, Skills und Wissen für alle Spieler in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen und weiter aufzubauen. Die RLP 7s haben dabei für mich einen hohen Stellenwert.

Welche Rolle spielen die RLP 7s in deinen Überlegungen? In dieser Turnierserie wird ja seit dieser Saison erstmals regelmäßig 7er Rugby in Rheinland-Pfalz gespielt.

Die Liga ist aus vielen Gründen wichtig. Für mich ist sie die beste Möglichkeit, um Stammspieler der RLP-Auswahl zu beobachten und natürlich auch neue Spieler zu scouten. Parallel zu den Turnierspieltagen wird es außerdem Trainingstage geben, sodass hier ganz gezielt gearbeitet werden kann. Für die Klubs sollten die RLP 7s ein riesiger Anreiz sein. Nach meiner Erfahrung kann jeder einen Vorteil aus dem 7er Rugby mitnehmen. Die elementaren Skills wie Tacklen, Passen und das Spielverständnis verbessern sich wahnsinng schnell, wenn man regelmäßig spielt. Besonders für Anfänger ist das ideal.

Was muss aus deiner Sicht passieren, damit Rheinland-Pfalz im nächsten Jahr besser abschneidet? Wo siehst du den Verband und die Vereine in der Pflicht?

Es muss sicherlich noch einiges passieren. Der Hauptfokus der Vereine liegt ja bisher ganz klar auf der 15er Variante. Nebenher wird dann 7er gespielt. Meiner Meinung nach sollten sich aber alle, nicht nur Anfänger sondern vor allem auch die erfahrenen Spieler, regelmäßig im 7er Rugby beweisen. Die Unterstützung dafür muss von allen Seiten kommen, die Spieltermine der 15er Saison müssen eng mit dem 7er Plan abgestimmt werden. Das ist für die Vereine wichtig, um an allen Pflichtterminen mit vollem Kader teilnehmen zu können, aber auch für die Leistungsgruppe in der RLP-Auswahl. Künftig wird es nicht reichen sich zweimal vor den Meisterschaften zu treffen und dann zu spielen. Das Auswahltraining muss es das ganze Jahr über geben, dafür müssen die Spieler dann abgestellt werden können und ich setze da auf die Unterstützung bei den Vorständen und Trainern.

Das ist für einige Klubs wie Bad Ems oder Trier schon jetzt eine Herausforderung wegen des kleinen Kaders. Wo wäre für sie der Vorteil?

7er Rugby ist ideal, um neue Spieler schnell mit dem Spiel vertraut zu machen und einzubinden. Das funktioniert in jeder Altersgruppe. Ein weiterer Schritt ist für mich deshalb die Förderung der Jugendarbeit im 7er Rugby. Wir können zukünftig auch eine U16- oder U18-Auswahl haben. Rheinland-Pfalz verfügt über ein großes Potential, das damit auf einem ganz anderen Niveau gefördert werden kann. Davon hätten die Vereine langfristig sehr viel.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Ein Gedanke zu “Herkommer: „Setze auf die Unterstützung bei Vorständen und Trainern“

  1. Pingback:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .