RLP 7s: Mainz sichert sich den Titel, Karlsruhe den Tagessieg

In einem spektakulären Finale erkämpfte sich der Karlsruher SV am vergangenen Samstag den Sieg bei den RLP 7s Bad Ems gegen den französischen RC Naborien aus St. Avold. In den Jubel der Karlsruher stimmten anschließend auch die Spieler des RC Mainz ein, die sich mit dem 4. Platz letztlich ungefährdet ihren ersten RLP 7s-Meistertitel sicherten. Zuvor jedoch wurde den Zuschauern ein spannender Saisonabschluss mit packenden Spielen geboten.

Der SV Ludwigshafen reiste mit den Ambitionen an, den zweiten Tabellenplatz zu behaupten und sogar Tabellenführer Mainz doch noch vom Thron zu stoßen. Rechnerisch wäre dies bei einem Sieg im Aufeinandertreffen und kräftiger Schützenhilfe anderer Mannschaften noch möglich gewesen. Entsprechend rasant nahm das Spiel des SVL gegen den RCM zum Turnierauftakt an Fahrt auf. Führten die Rheinhessen zur Halbzeit noch mit 14:7, bewiesen die Newcomer in Blauweiß um Kapitän Kai Schäfer ihre mentale Stärke und erzwangen kurz vor Spielende das Unentschieden. Nur mit der letzten Aktion des Spiels konnte sich der RCM zu einem 19:14-Sieg retten.

Gastgeber Bad Ems im Verbund mit dem FC Deudesfeld nutzte die unkonzentrierte Verfassung der Mainzer aus und setzte, ungerührt von der Auftaktniederlage gegen Karlsruhe, voll auf Attacke. Der Mainzer Führung kurz nach Beginn folgte zunächst der Ausgleich zum 7:7 knapp vor der Halbzeitpause. In den zweiten sieben Minuten erkämpften sich die Emser Geißböcke Meter um Meter und konnten, angetrieben von den heimischen Fans, gleich zweimal erhöhte Versuche erzielen. Der RCM setzte dem nichts mehr entgegen, sodass die Hausherren einen 21:7-Erfolg einfuhren.

In Gruppe B tat sich der Sieger des letzten Spieltags, Eintracht Frankfurt, überraschend schwer. Gegen die munter aufspielenden Studenten der TU Kaiserslautern hielten die Frankfurter bis drei Minuten vor Schluss eine komfortable 17:5-Führung, bevor eine packende Aufholjagd der Pfälzer begann. Mit krachenden Durchbrüchen in der Mitte und schnellen Sprints über die Flügel kam die TU erst zum Anschlussversuch und mit den letzten Kräften zum ausgleichenden zweiten Versuch in der rechten Ecke des Malfelds. Als Benedikt Schneider dann noch aus knapp vierzig Metern Entfernung zur Erhöhung und damit zum 19:17 für die TU traf, schallte der Lauterer Jubel schon durch das Wiesbachtal. Doch die Eintracht zog nicht zurück und arbeitete sich nach dem noch fälligen letzten Ankick durch die unkonzentrierte Lauterer Verteidigung. Am Ende hieß es 22:19 für die Hessen.

Im Kampf um den Finaleinzug traf Dauerfavorit SG Hochspeyer im zweiten Spiel auf die unbekannten Gäste vom RC Naborien. Die sonst so spielfreudigen "Honeybadgers" aus der Pfalz hatten gegen das eingespielte französische Team jedoch von Anfang an einen schweren Stand. Als der RCN kurz vor der Halbzeit zum zweiten Mal kurz vor dem Hochspeyrer Malfeld stand, wusste sich Hochspeyers Kapitän Oscar Flores nur mit einem High Tackle zu helfen, was eine Gelbe Karte und einen Strafversuch zur Folge hatte. In Überzahl bauten die Franzosen um Spielmacher Laurent Antkowiak zunächst ihre Führung auf 19:5 aus. Corrado Vono powerte sich drei Minuten vor Schluss noch einmal ins Malfeld und hielt Hochspeyer im Spiel. Doch St. Avold machte den Sack zu und sicherte sich nach einem weiteren erhöhten Versuch in der letzten Minute mit 26:10 das Ticket für das Finale.

In Gruppe A schien der RC Mainz nach der Niederlage gegen die Gastgeber sportlich angeschlagen in die letzte Gruppenpartie gegen den Karlsruher SV zu gehen, der zuvor beide Spiele deutlich gewinnen konnte und damit klarer Favorit war. Der RCM zeigte sich jedoch in Halbzeit zwei wie ausgewechselt und erhöhte den Druck auf den KSV massiv, der zu diesem Zeitpunk mit 12:0 führte. Zwei Versuche brachten die Rheinhessen auf ein 10:12 heran und ließen die zuvor so eindeutige Partie in einen offenen Schlagabtausch werden - mit dem besseren Ende für Mainz. Angetrieben von Schlüsselspieler Alekseys Maslakovics erspielten sich die Mainzer immer größere Lücken in der Verteidigung des KSV, von denen Flügelsprinter Joseph Hasselwander eine zum entscheidenden Versuch nutzte. Mit der Erhöhung zum 17:12 war das Comeback des RCM perfekt, während Karlsruhe dank des deutlich besseren Punkteverhältnisses im Finale stand.

Bad Ems/Deudesfeld sicherte sich im Spiel um Platz 7 einen knappen 17:14-Sieg, nachdem die TU Kaiserslautern die deutliche Pausenführung der Hausherren fast noch ausgeglichen hätte. Im Duell um den fünften Platz hatte Ludwigshafen beim 7:33 deutlich das Nachsehen gegenüber Eintracht Frankfurt. Beflügelt von der Aufholjagd im letzten Gruppenspiel führte der RC Mainz gegen die SG Hochspeyer früh, doch die Pfälzer blühten noch einmal auf und holten sich mit einem ungefährdeten 33:5 den dritten Platz. Im Finale zwischen dem Karlsruher SV und St. Avold sahen die zahlreichen Zuschauer dann einen mehr als würdigen und enorm spannenden Saisonabschluss. Nach dem entscheidenden Versuch in der dritten Minute der Verlängerung hieß es schließlich 22:17 für die Gäste aus Baden-Württemberg, die überhaupt erst mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit zum 17:17 (Halbzeitstand 7:12) hatten ausgleichen können.

Für das Rahmenprogramm durch die Bad Emser Cheerleadergruppe "White Sparkles" und die Unterstützung durch Turniersponsor PALATIUM dankten der Emser Rugby-Abteilungsleiter Christian Teichmann und RLP 7s-Koordinator Max Berger. Als Spieler des Tages wurde Christian Härter (VfL Bad Ems) ausgezeichnet. Nach der Pokalübergabe an Turniersieger Karlsruhe wurden auch die Spieler der drei besten Mannschaften der Saison geehrt. Alle Ergebnisse und die Meisterschaftstabelle finden sich hier.


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