Führungskrise beim DRV

Das zähe Ringen um eine Weiterentwicklung der Verbandsstrukturen auf nationaler Ebene geht in eine neue Runde. DRV-Präsident Stalker äußerte sich gestern in einem Schreiben an alle Verbandsmitglieder mit bedenklichen Neuigkeiten:

Liebe Rugby-Gemeinschaft,
Mit Enttäuschung muss ich Euch hiermit mitteilen, dass Kieran Lees und Benjamin Heine mir ihren Rücktritt als CEO und CFO mit Wirkung zum 30. Juni 2019 schriftlich mitgeteilt haben.
Obwohl ich es bevorzuge, interne DRV-Themen nicht in einem öffentlichen Forum zu diskutieren, habe ich auch die Pflicht, Euch als Rugby-Community, Transparenz über die Gründe für die Kündigung unserer Vorstandsmitglieder zu verschaffen.
Wie Ihr aus meiner jüngsten Mitteilung an Euch vom 6. Mai wisst, ist die Professionalisierung des DRV für mich - und ich denke für uns alle - von entscheidender Bedeutung. Die Ernennung unseres neuen Vorstands war für diese Bestrebung von grundlegender Bedeutung. Kieran und Benjamin haben mir nun einen detaillierten Bericht über ihre Einschätzung der Situation von DRV und DRM zur Verfügung gestellt, der spezifische Themen wie Finanzstatus und Liquidität, Potential zur Erzielung zukünftiger Einnahmen, Leistungssportstatus (nach Einschätzung von World Rugby), rechtliche Governance und Compliance, Buchhaltungsprozesse, Merchandising- und Sponsoringverträge sowie Beobachtungen zu Führungskräften unseres Verbandes und deren Verhaltensweisen umfasst. Der Bericht der beiden liest sich sehr unangenehm. Die in ihm getroffenen Feststellungen und Beobachtungen stellen die Gründe für ihren Rücktritt dar. Besonders gravierend ist aus ihrer Sicht die Kombination aus dem anhaltenden und als schädigend empfundenen Verhalten von einzelnen Führungskräften und den Auswirkungen, die dies auf das Funktionieren und die finanzielle Tragfähigkeit des DRV hatte und hat.
Um es klar zu sagen: Die mangelnde Bereitschaft verschiedener Personen, zum gemeinsamen, langfristigen Nutzen von Rugby in Deutschland zusammenzuarbeiten, macht es Kieran und Benjamin nach ihrer Aussage unmöglich, die Professionalisierungsaufgaben zu erfüllen, die meiner Meinung nach durchgeführt werden müssen.
Wenn man diese Beobachtungen sowohl objektiv über die Organisation als auch subjektiv über bestimmte Verhaltensweisen betrachtet, ist es entscheidend, dass wir bestimmte Änderungen vornehmen. Das Präsidium trat heute telefonisch zusammen, um diese Beobachtungen zu reflektieren sowie sie zu adressieren. Darüber hinaus haben wir den Prozess zur Wahl eines neuen Vorstands diskutiert. Kurzfristig bleiben Kieran und Benjamin bis zum 30. Juni 2019 amtierender Vorstand und werden ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten weiterhin mit der uneingeschränkten Autorität und Verantwortlichkeit dieser Rollen wahrnehmen. Kieran und Benjamin haben bereits bedeutende Beiträge geleistet, insbesondere in Bezug auf unsere Finanzorganisation, die Beziehung zu World Rugby und die Analyse unterschiedlichster Aspekte unserer internen und externen Aktivitäten. Ich bleibe mit jedem von ihnen im Gespräch in der Hoffnung, dass wir ihre Entscheidungen rückgängig machen können. In der Zwischenzeit möchte ich ihnen beiden für ihren großen Einsatz und ihren kühlen Kopf unter sehr schwierigen Umständen danken.
Die nächsten Wochen werden für den DRV von besonderer Bedeutung sein. Nicht zuletzt brauchen und verdienen unsere verschiedenen Teams mit ihren wichtigen Spielen unsere Aufmerksamkeit und volle Unterstützung. Im Vorfeld des DRT bleibe ich motiviert, die notwendigen Veränderungen in unserer Organisation fortzusetzen, um einen attraktiven DRV für Euch als Mitglieder sowie aktuelle und zukünftige Sponsoren und Investoren wiederherzustellen. Ich hoffe, dabei auf Eure Unterstützung zählen zu können!
All the best
Euer Robin Stalker

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