Es gab am Wochenende zwei schönere Matches zu sehen und einen hässlichen Sieg der Engländer. Die Tabelle führt nun Frankreich an, wo man lange nicht mehr so zufriedene Fans gesehen hat.

Irland beendet Siegesserie der Waliser

Nach neun Spielen ohne Niederlage und dem Grand Slam im letzten Jahr musste Wales wieder als Verlierer das Feld verlassen. Irland steigerte sich im Vergleich zum mühsamen Sieg gegen Schottland und sicherte sich sogar den Bonuspunkt.

Unser Tipp: Völlig daneben.

Irland – Wales 24:14 (12:7)
Irland: Versuche: Larmour, Furlong, Van der Flier, Conway
Erhöhung: Sexton 2
Wales: Versuche: Williams, Tipuric Erhöhungen: Biggar, Halfpenny
Zum Bericht der BBC

Spieler des Tages in Edinburgh: Der Wind

Während die Mannschaften in Dublin unter schwierigen Bedingungen 6 Versuche zustande brachten, kam in Edinburgh keine der Teams mit dem Wind zurecht. Schiefe Gassen der Schotten und direkte Kicks ins Aus von den Engländern prägten eine spannende Partie, die aber kaum einen Rugby-Neuling für die Sportart begeistert haben wird. Pechvogel des Spiels war wieder einmal Stuart Hoeg: Diesmal schaffte er es das Ei ins Malfeld zu legen - aber ins eigene. Das danach fällige Gedränge nutzen die Engländer zum einzigen Versuch der Partie. Ansonsten hätte es nach dem 38:38 vor einem Jahr durchaus 3:3 ausgehen können.

Unser Tipp: Nicht ganz richtig.

Schottland - England 6:13 (0:3)
Schottland: Straftritte: Hastings 2
England: Versuch: Genge Erhöhung: Farrell Straftritte: Farrell 2
Zum Bericht der BBC

Franzosen träumen vom Grand Slam

Gute Laune bei französischen Rugby Fans?! Ja, das geht! Gegen deutlich stärkere Italiener als beim Auftakt gegen Wales siegten die Franzosen mit Bonuspunkt und einem schönen Versuch oben drauf. Die Italiener spielten gut mit, verpassten es aber die Partie in der zweiten Halbzeit noch einmal eng zu machen. Der dritte Versuch der Underdogs in der letzten Minute war dann aber ebenfalls äußerst sehenswert.

Unser Tipp: Knapp daneben.

Frankreich - Italien 35:22 (23:10)
Frankreich: Versuche: Thomas, Ollivon, Alldritt, Ntamack, Serin Erhöhungen: Ntamack, Jalibert Straftritte: Ntamack 2
Italien: Versuche: Minozzi, Zani, Bellini Erhöhungen: Allan 2 Straftritte: Allan
Zum Bericht der BBC

Irland - Wales (Samstag 15:15)

Irland hatte Glück, dass Schottland die Top-Chance zum Versuch fallen ließ. Dieses Glück werden sie gegen Wales nicht mehr haben. Die Waliser siegten locker und ohne große Kraftanstrengung gegen Italien. Tipp: Wales gewinnt, verpasst aber einen vierten Versuch und damit den Offensiv-Bonuspunkt.

Schottland - England (Samstag 17:45)

Beide Mannschaften haben nach dem Auftakt etwas gut zu machen. England ist in der zweiten Halbzeit gegen Frankreich zu spät aufgewacht. Spiele zu drehen ist eher die Spezialität der Gastgeber. Nach dem Brexit wäre ein Sieg gegen die Südbriten Balsam für die schottische Seele. Tipp: Dazu kommt es nicht. England gewinnt mit Bonuspunkt und wird wieder zum Top-Favoriten auf den Titel.

Frankreich - Italien (Sonntag 16:00)

Die Franzosen spielten bei dem überragenden Sieg gegen England vor heimischen Publikum zeitweise wie im Rausch. Tipp: Der Bonuspunkt ist spätestens kurz nach Wiederanpfiff eingetütet. Kurz vor Ende dann das übliche "Laissez-faire". Dadurch kommt Italien immerhin zum Ehrenversuch.

Six Nations endlich im deutschen Fernsehen

Die Six Nations laufen endlich auch im deutschen Fernsehen, auf Pro7 Maxx. Wer das nicht empfängt, kann auch auf ran.de den Stream starten. Falls Ihr das noch nicht wusstet und am Wochenende den ersten Spieltag verpasst habt, bieten wir Euch hier eine kurze Zusammenfassung.

Wales erfüllt Pflichtaufgabe gegen Italien

Die Waliser sicherten sich als einzige Mannschaft am ersten Spieltag die volle Punkteausbeute. Gegen schwache Italiener mussten sie dabei nicht ans äußerste Limit gehen. Zeitweise bekamen die Zuschauer in Cardiff Rugby-Leckerbissen geboten: Josh Adams gelang ein Hattrick, Dan Biggar bereitet seinen zweiten Versuch mit einem sensationellen Pass durch die Beine vor. Auch nach der Schlusssirene, als der Bonuspunkt für 4 erzielte Versuche schon eingetütet war, spielten die Waliser weiter und legten quasi als Zugabe für das Heimpublikum den fünften Versuch. Die Ehre der Italiener retteten die Jugendspieler. Sie gewannen ihr Spiel gegen Wales.

Wales - Italien 42:0 (21:0)
Versuche: Adams 3, Tompkins, North Erhöhungen: Biggar 2, Halfpenny 2 Straftritte: Biggar 3

Zum Spielbericht der BBC

Irland muss sich steigern - Schottland mit "Schoolboy-Error"

Die Iren legten den einzigen Versuch in einem enges Spiel. Mit starker Defensivleistung, aber auch mit viel Glück, bringen sie den Vorsprung über die Zeit. Stuart Hogg lässt die beste Chance der Schotten zum Ausgleich liegen. In der Ecke des Malfeldes rutscht ihn das Ei aus der Hand. Der arme Pechvogel entschuldigte sich nachher bei den Teamkollegen für seinen "schoolboy error". Schottland wird der Chance noch nachtrauern. Die Iren müssen sich steigern, wenn sie den Titel nach ihrem letzten Triumpf 2018 erneut gewinnen wollen.

Zum Spielbericht der BBC
19:12 (10:6)
Irland:
Versuch: Sexton Erhöhung: Sexton: Straftritte: Sexton 4
Schottland:
Straftritte: Hastings 4

Frankreich schockt England

Le Crunch war das Toppspiel am Sonntag. Und die Gäste aus England wurden von den Franzosen völlig überrascht. Die Engländer hatten in der ersten Halbzeit nicht die geringste Chance gegen die in den Kontakten hart agierenden Franzosen. Zwei Versuche und ein Straftritt brachte das französische Publikum in Paris zum Jubeln. Nach dem dritten Versuch in der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber dem Bonuspunkt nahe. Doch es waren schließlich die Engländer, die mit zwei Versuchen von Jonny May und einem Straftritt in der Overtime noch den Defensivbonus eintüten konnten. Dieser Punkt kann noch wichtig werden... England bleibt unter den Favouriten auf den Gesamtsieg.

Zum Spielbericht der BBC
24:17 (17:0)
Frankreich: Versuche: Rattez, Ollivon 2 Erhöhungen: Ntamack 3 Straftritte: Ntamack
England: Versuche: May 2 Erhöhungen: Farrell 2 Straftritte: Farrell


Der Trainer der Mainzer Rundballkicker Achim Beierlotzer fühlte sich vom Schiedsrichter "respektlos" behandelt. Ich habe gelacht, als ich sein Interview nach der Niederlage der 05er in der Sportschau gesehen habe. Aus der Sicht des Rugby-Fans sind solche Aussagen lachhaft. Auch wenn es eine Fehlentscheidung war: Die Entscheidung des Schiedsrichters (und des Videoschiedsrichters) ist zu respektieren.

Das ist für jeden Rugby-Spieler und -Trainer selbstverständlich.
Zur Erinnerung hierzu ein netter Beitrag aus Bad Ems. 
Beim Fußball ist es schwer einen Spieler oder Trainer zu nennen, der sich auch bei Fehlentscheidungen zuungunsten seiner Mannschaft nicht zu verbalen Attacken hinreißen lässt. Respekt vorm Schiedsrichter, eine der Eckpfeiler des Rugby-Sportes, ist ein Fremdwort im Fußball.

Als ein Rugby-Spieler zu sehr gestikuliert hatte, rief ihn der Schiedsrichter Nigel Owens mit den berühmten Worten "This is not soccer" zur Ordnung. Später gab Owens einmal in einem Interview zu verstehen, dass er nichts gegen Fußball habe, dass er sogar großen Respekt vor Fußballern habe. Ich bin seit meiner Kindheit Fußballfan. Inzwischen höre ich aber es fast nur noch im Radio. Da bekommt man von der Meckerei gegenüber den armen Schiris nicht so viel mit.

In meiner nächsten Kolumne: Union, League oder 7s?

Die SG Hochspeyer hat den ersten Spieltag klar gewonnen. Doch dahinter sind alle Teams eng beisammen. Hier ein kleines Resume zum Start der RLP 7s in Fischbach.

Platz 5: RC Mainz

Letzter Platz für den Sieger der letzten Saison. Kein guter Start für den Titelverteidiger. Das Fehlen von Leistungsträgern erlaubte es aber vielen jungen Spielern, Spielpraxis zu sammeln. Und ganz chancenlos waren sie dabei nicht. Wenn die Breite im Kader wieder stimmt, ist mit den Green Cobras zu rechnen.

Platz 4: SV Ludwigshafen

Platz zwei war bis zum letzten Spiel in Reichweite. Doch am Ende brachen die Ludwigshafener gegen die Eintracht ein und stürzten auf den vierten Platz ab. Da war mehr drin! Trotzdem: Die Leistungskurve zeigt weiterhin nach oben.

Platz 3: TU Kaiserslautern

Die TU erhielt Unterstützung aus Bad Ems und von der SG Hochspeyer. Als ganzes Team überzeugte die TU sofort und sorgte gleich zu Beginn für die Überraschung des Turniers: Den verdienten Sieg gegen die Frankfurter Eintracht. Immerhin der Turniersieger beim Spieltag in Ludwigshafen in der letzten Saison. Mit der Schlusssirene dann der hart erkämpfte Sieg gegen den RC Mainz. Eine knappe Niederlage gegen Ludwigshafen. Auch hier gilt: Platz zwei war drin.

Platz 2: Eintracht Frankfurt

Durch die Niederlage der TU Kaiserlautern gegen Ludwigshafen konnten sich die Frankfurter den zweiten Platz sichern. Trotz des verschlafenen Auftaktmatches. An guten Tagen spielt diese Mannschaft um den Turniersieg mit.

Platz 1: SG Hochspeyer

Die SG Hochspeyer gewann jedes Spiel souverän und deutlich. Sobald sie das Ei in die Hände bekamen, ging es ganz schnell nach vorne und meistens bis ins Malfeld. Neben dem Platz überzeugte der Gastgeber mit Burgern und guter Stimmung.

Die neue Saison steht vor der Tür: Ab sofort können sich interessierte Vereine und Mannschaften zu den RLP 7s 2019/2020 anmelden. Ankick ist am 14. September in Hochspeyer. In insgesamt sechs Turnieren bis Anfang Juni 2020 wird die neue RLP 7s-Meisterschaft ausgespielt, die auch dieses Jahr neue Spielorte und interessante Gäste bereithält.

Genauere Infos zur Turnierserie, der Organisation und den Spielmodi finden sich in den RLP 7s Guide Lines.

Eine Übersicht aller Spieltage und der geplanten Spielorte gibt es im RLP 7s Kalender.

Ihr habt Interesse? Dann sichert euch bis zum 1. September einen der begehrten Startplätze für die Liga und meldet euch offiziell an.

Für weitere Informationen und bei Fragen steht euch RLP 7s-Koordinator Max Berger per Mail zur Verfügung: max.berger@rugby-rlp.de